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Patienten fragen – Spezialisten antworten


Welche Beschwerden weisen ähnliche Symptome auf?
Jeder zweite Erwachsene hat am After so genannte Marisken, Hautfalten, die nur der Arzt von Geschlechtskrankheiten (z.B. Feigwarzen) oder Tumoren unterscheiden kann. Treten keine Beschwerden auf, bleiben Marisken unbehandelt. Stellen sich Entzündungen ein oder ist die Analhygiene erschwert, können sie abgetragen werden.
Analthrombosen, harmlose Blutgerinnsel in den äußeren Blutgefäßen des Afters, treten plötzlich auf und können recht schmerzhaft sein. Werden sie sofort behandelt, verschwinden die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit. Der Eingriff erfolgt bei örtlicher Betäubung.

Sind Hämorridalleiden häufig?
Beschwerden im Bereich des Enddarms sind außerordentlich weit verbreitet. Früher oder später ist jeder zweite Mitteleuropäer davon betroffen. Häufig werden sie über einen langen Zeitraum aus falscher Scham verschwiegen, dabei ließe sich die Leidenszeit durch einen Besuch beim Arzt leicht verkürzen.

Sind Hämorridalleiden gefährlich?
Der Verlauf einer hämorridalen Erkrankung kann phasenweise äußerst unangenehm sein, in der Regel treten jedoch keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings kann es in den Phasen 3 und 4 zu erheblichen Blutungen kommen, die nicht unbedingt sofort bemerkt werden, da sich zunächst Bereiche des Enddarms füllen.
Prinzipiell können sich hinter den typischen Symptomen auch andere, ernsthafte Erkrankungen verbergen. Werden sie ignoriert, wird der Beginn einer eventuell erforderlichen Behandlung, z.B. von entzündlichen oder tumorartigen Veränderungen, unnötig verzögert.

Kann ein Hämorridalleiden Krebs auslösen?
Nein. Da die Symptome (z.B. Blutauflagerungen auf dem Stuhl) jedoch auch bei bösartigen Enddarmerkrankungen auftreten, sind alle so genannten “Hämorridalbeschwerden“ vom Fachmann abzuklären.

Wann brauche ich einen Arzt?
Sind die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nach 4 Wochen nicht abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ebenfalls bei Blutungen, Schleim und Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang. In der Regel sind die Beschwerden auf die Hämorriden zurückzuführen, es können jedoch auch lebensbedrohliche Erkrankungen dahinter stecken. In jedem Falle kann nur ein Arzt die richtige Diagnose stellen und eine entsprechende Therapie einleiten.

Ist eine Hämorriden-Operation gefährlich?
Die Wahl der Behandlung ist abhängig vom Schweregrad. Eine Operation wird der Arzt nur dann empfehlen, wenn andere Verfahren keinen Erfolg mehr versprechen. In weniger schweren Fällen erfolgt der Eingriff ambulant, bei ausgeprägten hämorrhoidalen Schleimhautvorfällen ist eine stationäre Behandlung erforderlich. Postoperative Beschwerden wie Schmerzen, Schwierigkeiten beim Urinieren, Nachblutungen sind rasch zu beheben. Ausgeprägte Vorfälle werden mit plastischen OP-Verfahren behandelt, um einer späteren Inkontinenz vorzubeugen. Spätfolgen, wie etwa Schließmuskelschäden, können auftreten, sind aber äußerst selten.

(Einkaufszettel Apotheke)




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letzte Änderungen: 1. 6. 2010
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