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Medical AdvisorDR. KADE

Vergrößerte Hämorrhoiden gelten als Zivilisationskrankheit: Ungesunde Ernährungsgewohnheiten mit wenig Ballaststoffen, zu geringe Trinkmengen und eine sitzende Tätigkeit, verbunden mit Bewegungsmangel, können zu hartem Stuhlgang führen, der starkes Pressen erfordert. Eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche, aber auch eine Schwangerschaft oder Krafttraining können zur Entstehung von Hämorrhoidalleiden beitragen.

Verstopfung durch falsche Ernährung

Was wir essen hat großen Einfluss darauf, ob wir Hämorrhoidenbeschwerden entwickeln oder nicht. Denn Verstopfung, verursacht durch falsche Ernährung, ist eine Hauptursache für Hämorrhoidenleiden. Sie führt zu langem, starkem Pressen beim Stuhlgang und begünstigt so eine krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden, die zum Ausgangspunkt für Beschwerden wie Jucken, Brennen und hellrotem Blut auf dem Stuhl werden kann.

Um Verstopfung durch falsche Ernährung vorzubeugen, sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen achten und ca. 2 Liter am Tag trinken – am besten Mineralwasser oder ungesüßten Tee aus Früchten oder Kräutern. Das sorgt für eine gute Verdauung und fördert einen weich geformten Stuhl, der übermäßiges Pressen auf der Toilette unnötig macht.

Warum Sie ballaststoffreich essen sollen

Ballaststoffe stecken vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln und bezeichnen den unverdaulichen Bestandteil der Nahrung. Dadurch sorgen Ballaststoffen für ein ausreichendes Stuhlvolumen und fördern die Darmbewegung.

Ballaststoffe werden in Bezug auf ihre Wasserlöslichkeit unterteilt:

  • wasserunlösliche Ballaststoffe sind z.B. Cellulose oder Chitin
  • wasserlösliche Ballaststoffe sind z.B. Pektin, Alginat oder Lactulose.

Die wasserlöslichen Ballaststoffe können bis zum 100-fachen ihres Gewichtes an Wasser binden und machen bei ausreichender Trinkmenge den Speisebrei weich. Bei Problemen mit eher dünnflüssigem Stuhl können sie andererseits dafür sorgen die Stuhlkonsistenz etwas einzudicken.

Zu ballaststoffreichen Lebensmitteln gehören:

  • Vollkornwaren
  • Knäckebrot
  • Müsli
  • Gemüse
  • Obst.

Menschen, die eine ballaststoffreiche Ernährung nicht gewohnt sind, reagieren bisweilen mit Blähungen, wenn sie ihre Essgewohnheiten zu rasch umstellen. Dagegen hilft, den Anteil an Gemüse, Obst und Vollkornwaren langsam von Woche zu Woche zu erhöhen.

Idealerweise sollten täglich 30 Gramm Ballaststoffe auf dem Speiseplan stehen. Das ist die Menge, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Achten Sie aber darauf, dass den Produkten nicht zu viel Zucker zugesetzt ist.

Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Auch wichtig: Trinken Sie viel.

Hämorrhoidenleiden durch Übergewicht

Übergewicht ist ein weiterer Punkt, der oft auf falsche Ernährung zurückgeht und Hämorrhoidenleiden hervorrufen kann. Denn Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) strapazieren den Beckenboden und das Bindegewebe im Analbereich. Außerdem drückt die Last der Pfunde auf den Enddarm und behindert die Blutzirkulation. Die Hämorrhoiden können sich dadurch vergrößern und Beschwerden bereiten.

Um Übergewicht langfristig zu reduzieren, hilft nur das Umstellen der Ernährung auf eine fettreduzierte, abwechslungsreiche Kost und regelmäßige Bewegung.

Pressen beim Stuhlgang

Verstopfung ist eine sehr verbreitete Ursache für Hämorrhoidenleiden. Durch das verstärkte Pressen beim Stuhlgang staut sich das Blut in den Hämorrhoiden, die sich hierdurch vergrößern können.

Manche Menschen empfinden es schon als Verstopfung, wenn sie nicht jeden Tag Stuhlgang haben oder auf der Toilette pressen müssen. Mediziner sprechen aber in der Regel erst von Verstopfung, wenn Sie in einer Woche weniger als dreimal Stuhlgang haben.

Typisch sind zusätzlich ein harter Stuhl, heftiges Pressen und eine unvollständige Darmentleerung. Hält dieser Zustand länger als drei Monate an, sprechen Ärzte von chronischer Verstopfung (Obstipation).

Suchen Sie nach der Ursache Ihrer Verstopfung

Es gibt zwei Formen von chronischer Verstopfung. Im ersten Fall entsteht sie, weil der Dickdarm den Nahrungsbrei langsamer transportiert als normal. Dafür können falsche Ernährung, Medikamente oder eine Krankheit wie Morbus Parkinson, Querschnittslähmung oder Diabetes mellitus verantwortlich sein. Die genaue Ursache bleibt jedoch häufig unklar.

Im zweiten Fall ist das Entleeren des Darms gestört. Das kann geschehen, wenn jemand den Stuhl bewusst oder unbewusst zurückhält. Der Kot verhärtet dadurch im letzten Darmabschnitt und der Stuhlgang wird schwierig und schmerzhaft. Wegen der Beschwerden zögern Betroffene den Toilettenbesuch hinaus. Das verschlimmert die chronische Verstopfung, ohne dass es eine körperliche Ursache gibt. Für das Zurückhalten des Stuhlganges können aber auch Erkrankungen wie vergrößerte Hämorrhoiden oder eine Analfissur verantwortlich sein.

Regelmäßiger Stuhlgang schützt vor Hämorrhoidalleiden

Damit die Hämorrhoiden Ihnen keine Beschwerden machen, muss die Ursache der Verstopfung richtig erkannt und behandelt werden. Um eine chronische Verstopfung zu bekämpfen, ist eine ballaststoffreiche Ernährung wichtig. Außerdem sollten Sie dem Stuhldrang nachgeben, wenn er aufkommt. Nur so lässt sich der Kreislauf aus Verstopfung, verhärtetem Stuhl und Hämorrhoidenbeschwerden durchbrechen.

Am besten sprechen Sie mit einem Arzt oder Apotheker. Präparate wie Posterisan protect können den Stuhlgang durch Verbesserung der Gleitfähigkeit erleichtern. Zudem schützen und pflegen Salbe oder Zäpfchen die Haut im Analkanal und tragen zur Linderung leichter Hämorrhoidalbeschwerden bei.

Welche Sportarten fördern Hämorrhoiden?

Sie sind jung, sportlich und trotzdem bereiten Ihnen die Hämorrhoiden Beschwerden? Das passt scheinbar nicht zusammen und doch stimmt es: Sport kann tatsächlich ein Hämorrhoidenleiden fördern.

Stark gefährdet sind Menschen, die Kraftsport wie Bodybuilding oder Muskeltraining durch Gewichtheben betreiben.

Krafttraining kann ein Hämorrhoidenleiden fördern

Besonders durch Gewichtheben kann es zu vergrößerten Hämorrhoiden und Beschwerden wie Juckreiz, Nässen und Schmerzen kommen, wenn Sie sich zu viel Gewicht aufladen und womöglich eine falsche Atemtechnik benutzen. Denn das Anspannen der Bauchmuskeln beim Stemmen von Lasten erhöht den Druck auf den Beckenboden und kann ihn dadurch auf Dauer schwächen. Das fördert Hämorrhoidenleiden.

Ein Bauchgurt, wie ihn Profi-Gewichtheber tragen, kann Ihre Bauchdecke zwar ein wenig schützen, doch er macht Kraftsport – mit Blick auf die Hämorrhoiden – nicht prinzipiell empfehlenswert. Wenn Sie bereits Hämorrhoidenbeschwerden haben, sollten Sie beim Krafttraining kürzertreten und Ihren Fitnesstrainer nach weniger belastenden Übungen fragen.

Sprungintensive Sportarten sind ungünstig für die Hämorrhoiden

Es gibt einige weitere Sportarten, die ebenfalls nicht günstig für den Beckenboden und die Hämorrhoiden sind. Dazu gehören Volleyball, Squash und Tennis, weil dort viel gesprungen wird. Ideal hingegen ist Schwimmen, da es den Beckenboden nicht belastet.

Um einer Beckenbodenschwäche entgegenzuwirken, können Sie außerdem gezielte Gymnastik für den Beckenboden machen. Sie kann dazu beitragen, dass die Hämorrhoiden sich nicht vergrößern.

Vorsichtig mit Sport nach einer Hämorrhoidenbehandlung

Um einer Vergrößerung der Hämorrhoiden vorzubeugen, sind Sport und Bewegung grundsätzlich gut, da sie gegen Verstopfung wirken und für weichen Stuhl sorgen. Eine Ausnahme bildet allerdings die erste Zeit nach einer Hämorrhoiden-Operation. Dann können Sportarten wie Joggen zu Blutungen und Schmerzen führen.

Deshalb sollten Sie nach dem Entfernen vergrößerter Gefäßpolster mit Ihrem Arzt besprechen, welches Fitnesstraining für Sie geeignet ist.

Schwangerschaft und Hämorrhoiden

Viele Frauen haben in und nach einer Schwangerschaft Hämorrhoidenbeschwerden. Eine ausgewogene Ernährung und frühzeitiges Training können das Risiko von Beschwerden verringern.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die ein Hämorrhoidenleiden verschlimmern und zu einer Zunahme der Beschwerden wie Jucken, Brennen und Nässen im Analbereich führen können:

  • Das Gewicht des Kindes drückt im Verlauf einer Schwangerschaft mehr und mehr auf den Beckenboden und den Enddarm. Das beeinträchtigt die Blutzirkulation.
  • Schwangerschaftshormone sorgen dafür, dass sich die Gefäße erweitern und das Gewebe auflockert.
  • Schwangere leiden oft unter Verstopfung und müssen deshalb beim Stuhlgang stark pressen.
  • Das Pressen übt bei einer Geburt einen enormen Druck auf die Hämorrhoiden aus.

Wie behandelt man Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Wenn Sie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit Hämorrhoidenbeschwerden behandeln wollen, sollten Sie sich zunächst mit Ihrem Arzt besprechen. Eine effektive Linderung der lästigen Beschwerden lässt sich durch örtlich wirksame Präparate auf Basis von Lidocain erreichen. Es wird als Zäpfchen oder Salbe direkt im Analbereich angewandt – dort wo Juckreiz und Schmerz entstehen. Einige Schwangere bevorzugen eine pflanzliche Behandlung bei Hämorrhoiden. Eine Hamamelissalbe wie FAKTU lind wirkt Entzündungen im Analbereich und den bekannten Symptomen, Brennen, Nässen und Juckreiz entgegen.

Sie können Beschwerden außerdem lindern, indem Sie Verstopfung vorbeugen und auf ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und viel Bewegung achten. Nach der Geburt hilft sogenannte Rückbildungsgymnastik Ihren Beckenboden wieder zu kräftigen und Beschwerden vorzubeugen.