Alternative Text
Medical AdvisorDR. KADE

Hämorrhoiden sind Gefäßpolster, die im Übergang von Mastdarm zum Analkanal ringförmig angeordnet sind. Sie dienen zusammen mit dem inneren und äußeren Schließmuskel des Afters zur Abdichtung des Darms nach außen und verhindern, dass der Stuhl den Darm unkontrolliert verlassen kann. Deshalb sind gesunde Hämorrhoiden sehr nützlich für unseren Organismus.

Wozu hat man Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden bestehen aus sehr gut durchblutetem Gewebe, das als Schwellkörper (Corpus cavernosum) funktioniert. Das Gefäßpolster schwillt an, um Stuhl im Darm zurückzuhalten und es schwillt ab, um ihn passieren zu lassen.

Dass ein Mensch auf die Toilette muss, bemerkt er, weil die Nerven im Mastdarm seinem Gehirn mitteilen, dass sich genug Stuhl angesammelt hat. Daraufhin erschlafft der innere Schließmuskel. Das Blut aus den Gefäßpolstern fließt ab und der Stuhl kann nach draußen gelangen.

Das Wort selbst bedeutet übrigens nichts anderes als „Blutfluss“ und stammt aus dem Griechischen.

Hämorrhoiden sind nichts Bösartiges und bei jedem Menschen von Geburt an vorhanden.

Anatomische Darstellung der Lage von Hämorrhoiden

Wie verbreitet sind Hämorrhoidalleiden?

Viele Menschen haben Beschwerden im Bereich des Enddarms.

Oft werden Hämorrhoidenbeschwerden sehr lange aus falscher Scham verschwiegen, dabei ließe sich die Leidenszeit durch einen Besuch beim Arzt und eine geeignete Behandlung verkürzen.

Hämorrhoidalleiden sind nichts Seltenes: Circa zwei Drittel der über 30-Jährigen leiden mindestens einmal im Laufe ihres Lebens unter Hämorrhoidalbeschwerden.

Neuerkrankungen treten am häufigsten im Alter zwischen 45 und 65 Jahren auf.

Hämorrhoidenleiden sind eine Zivilisationskrankheit

Viele der Faktoren, die ein Hämorrhoidenleiden begünstigen oder sogar auslösen, hängen mit unseren alltäglichen Lebensgewohnheiten zusammen. So können die Spezialisten die hohe Zahl der Betroffenen erklären.

Zu wenig oder falsche Bewegung, schlechte Ernährung und zu viel Stress spielen dabei eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen Verhaltensweisen und Gewohnheiten, die sich negativ auswirken können. Deshalb gelten vergrößerte Hämorrhoiden als Zivilisationskrankheit.

Ein Hämorrhoidalleiden wird gefördert durch:

  • ballaststoffarme Ernährung
  • geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • vorwiegend sitzende Tätigkeit und Bewegungsmangel
  • Verstopfung
  • Pressen beim Stuhlgang
  • regelmäßige Einnahme von Abführmitteln
  • Übergewicht

Es gibt allerdings auch andere Ursachen für vergrößerte Hämorrhoiden: Ein schwaches Bindegewebe kann das Entstehen eines Hämorrhoidalleidens verursachen. Diese Bindegewebsschwäche kann angeboren, aber auch erworben sein. Frauen sind durch Schwangerschaften und Geburten besonders anfällig für vergrößerte Hämorrhoiden.

Aus der Erfahrung von Ärzten und Apothekern wissen wir, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch Kraftsport ein Hämorrhoidenleiden begünstigen kann. Der entstehende Druck auf den Beckenboden und den Enddarm kann bei Bodybuildern zu einer Vergrößerung der Hämmorrhoiden führen, die dann Beschwerden wie Juckreiz und Brennen verursacht.

Besteht ein Zusammenhang zwischen Hämorrhoiden und Ernährung?

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung – fettarm und nicht zu scharf gewürzt – hilft, Verstopfung und unnötige Reizungen der Darmschleimhaut zu vermeiden.
Außerdem wichtig: Viel trinken (ca. 2 Liter Wasser oder Tee pro Tag)!

Wie schlimm können Hämorrhoiden werden?

Hämorrhoidalleiden können äußerst unangenehm sein, aber gefährlich sind sie nicht. Allerdings können sich hinter den typischen Hämorrhoiden-Symptomen wie Jucken, Nässen und Blutungen auch andere, ernsthafte Erkrankungen verbergen. Deshalb sollten Sie Beschwerden nicht ignorieren, sondern sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Kann ein Hämorrhoidalleiden Krebs auslösen?

Nein.

Aber Blut auf dem Stuhl, wie es für vergrößerte Hämorrhoiden typisch ist, kann auch durch bösartige End­darm­erkrankungen auftreten. Deshalb sollten Sie Hämorrhoiden­beschwerden von einem Arzt abklären lassen.

Führt das Sitzen auf kalten Steinen zu vergrößerten Hämorrhoiden?

Nein.

Hier handelt es sich häufig um eine Analvenenthrombose, die manchmal fälschlicherweise als externe Hämorrhoiden bezeichnet wird und sich ähnlich wie vergrößerte Hämorrhoiden als Knubbel am After ertasten lassen.

Verursacht ein harter Sattel Hämorrhoidenbeschwerden?

Nein.

Ein harter Sattel hat keinen Einfluss auf das Entstehen eines Hämorrhoidenleidens. Wenn Sie jedoch bereits Hämorrhoiden Symptome wie Juckreiz und Nässen haben, sollten Sie auf Radfahren verzichten, da sich Ihre Haut am After durch die Feuchtigkeit und Reibung entzünden kann. Allerdings kann der Druck auf den After bei häufigen und langen Radfahrten die Entstehung einer Analvenenthrombosen begünstigen, welche häufig fälschlicherweise für vergrößerte Hämorrhoiden gehalten werden.

Was hilft bei akuten Beschwerden?

Bei akuten Problemen mit den Hämorrhoiden ist schnelle Hilfe gefragt. Die Arzneimittelkommission empfiehlt den Einsatz von lokal betäubenden Mitteln wie Lidocain. Das einzige rezeptfreie Arzneimittel gegen Hämorrhoidalbeschwerden mit dem lokal betäubenden Wirkstoff Lidocain ist Posterisan akut.

Was Sie selbst gegen Hämorrhoiden tun können:

  • Symptome wie z.B. starken Juckreiz lindern

    mit einem lokal betäubenden Mittel wie Lidocain

  • Analhygiene

    mit lauwarmen Wasser ohne Seife.

  • Weiterbehandlung

    mit einem pflegenden Mittel mit Jojoba-Öl und Bienenwachs

Nach Therapie der akuten Beschwerden empfiehlt sich eine Weiterbehandlung mit Posterisan protect. Es verkürzt die Länge akuter Beschwerdephasen und zögert das erneute Auftreten von Symptomen hinaus. Die Salbe legt sich wie ein Schutzmantel über die erkrankte Analregion und lindert leichtere Beschwerden.